Entzogene Heimat

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Kleine schwarze Punkte kreisen um die Lampe über dem Esstisch. Jetzt, im Hochsommer, bevölkern unzählige Hausfliegen den Bauernhof auf der Alb. Draußen, in der warmen Luft, riecht es nach Stall.

Für Hans Schmied ein Paradies. Jenes, auf dem er wirtschaftet und das ihn und seine Frau ernährt. Vor 40 Jahren ist er hier geboren, hat seine Kindheit hier erlebt, arbeitet seit jeher als Landwirt. Tomerdingen ist seine Heimat.

Vor Jahren kamen die Behörden und die Deutsche Bahn. Alle sprachen von Neubaustrecke und Autobahn, von Flächenverlust und Flurneuordnung, von Ausgleichsmaßnahmen und Ausgleichszahlungen.

Schmied sorgt sich um sein Hab und Gut, um seine Zukunft. Deshalb will er hier weder seinen richtigen Namen lesen, noch sein Gesicht zeigen. Vom Leben als Landwirt neben einer Großbaustelle zu erzählen, davon hat ihn Heinz Hagmeyer, Bauernobmann in Tomerdingen, überzeugt.

Flurbereinigungsverfahren, Das
erlaubt den Bau der Infrastrukturprojekte ohne aufwändige Enteignungen und ohne langwierige Verfahren. Die Bahn und der Bund kaufen über das Landratsamt nach Möglichkeiten Flächen in den betroffenen Gebieten für die Bauprojekte. Die Flurneuordnungsbehörde verteilt Flächen an Grundstücksbesitzer, die wegen den Bauarbeiten Land verloren haben.

Es ist keine Erzählung vom einfachen Mann und der bösen Bahn. Vielmehr eine, die zeigt, was es für einen Landwirt bedeutet, wenn Äcker und Wiesen verloren gehen. Wie er damit umgeht, wenn ein Großkonzern quer durch sein Land eine Bahntrasse baut.

Schmied hat bis eben auf seinem Acker gearbeitet. Jetzt sitzt er in grauer Arbeitshose und staubigem, rotem T-Shirt am Kopfende seines Esstisches und sagt: „Frucht auszusäen und zu sehen, wie sie heranwächst, das ist das Schönste.“ Er hat den Hof von seinen Eltern übernommen und über die Jahre die Betriebsfläche aus eigenen und gepachteten Feldern auf 50 Hektar erweitert. Genug, um seine Tiere zu ernähren.

Etwa 15 Hektar Pachtfläche hat Schmied an Neubaustrecke und Autobahnbau verloren. Mehrere, auch kleine Flächen in Tomerdingen und den umliegenden Gemarkungen. Auf manchen Flächen liegen später Gleise, auf einer steht ein Betonmischwerk, eine andere ist heute ökologische Ausgleichsfläche.

„Ich weiß nicht, was das alles soll!“ – sagt Schmied.

Die besten Böden mit Humus werden bebaut oder für Ausgleichsmaßnahmen bepflanzt. „Jedem Landwirt blutet da das Herz.“

Vielleicht bekommt Schmied einige seiner Flächen später zurück. Wahrscheinlich aber sei dort heute schon das empfindliche Bodengefüge zerstört, sagt er.

In der Zwischenzeit bekommen Landwirte für jeden verlorenen Hektar vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis entweder eine Ausgleichsfläche oder eine jährliche Ausgleichszahlung. Etwa drei Hektar hat Schmied bislang ersetzt bekommen. „Nicht viel, aber man ist ja froh, überhaupt etwas zu bekommen.“ Für die übrigen Äcker und Wiesen erhält er eine jährliche Entschädigungssumme. In einigen wenigen Schreiben des Landratsamts sind die Flurstücke und die dazugehörigen Geldbeträge fein säuberlich aufgelistet.

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Mit seinem Hof will der Landwirt auch Ende 2021, wenn Züge auf der Neubaustrecke fahren, noch im Geschäft sein. Zugreisende sparen dann 26 Minuten von Ulm nach Stuttgart. Heute noch ein Versprechen, dessen Einhaltung in weiter Ferne liegt – wie das Ziel zu Beginn einer langen Bahnfahrt, wenn der Zug langsam den Bahnhof verlässt.

Und dann erzählt Hans Schmied von jenem Maitag, als die Neubaustrecke zum ersten Mal seinen Blutdruck nach oben trieb.

Damals – es müsse 2012 gewesen sein – fuhr er im Auto zufällig an einem Feld vorbei, auf dem er im Herbst Grünschnittroggen ausgesät hatte. In einer Woche wollte er die Zwischenfrucht ernten. Er sah, wie die Halme mannshoch über dem Boden standen. Reichlich Futter für die Tiere im Stall.

„Auf einmal hab’ ich den Bagger mitten im Feld gesehen.“ Zuerst habe er an einen Unfall gedacht, dass der Bagger dort sei, um ein Wrack zu bergen. Als er den Meter breiten Graben entdeckte, der quer durch sein Feld und seine Ernte verlief, spürte er Wut in sich aufsteigen. „Da hab’ ich mit dem Baggerführer erst mal ein lautes Gespräch geführt.“

Über die archäologischen Grabungen vor den eigentlichen Bauarbeiten war Schmied in einem Schreiben informiert worden. Allerdings, wie er sagt, ohne konkretes Datum und erst nachdem ausgesät war.

Niemand habe kurz vor den Grabungen angerufen, niemand habe den Bagger angekündigt, schimpft Schmied. Einzig auf einer Versammlung in der Gemeinde sei der Termin bekanntgegeben worden.

Die Flurneuordnungsbehörde, Teil des Landratsamtes, mitten in Ehingen. Draußen tragen die Leute ihre Einkaufstaschen aus dem Supermarkt im Erdgeschoss. Drinnen, in den oberen Stockwerken, arbeitet Marc Bierkamp, stellvertretender Leiter der Behörde.

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Laut Bierkamp moderiert der Fachdienst zwischen der Deutschen Bahn als Vorhabenträger und den Landwirten als Betroffene und ist zugleich ausführende Behörde.

Der Beamte kann Schmieds Verärgerung nachempfinden, hat aber nur bedingt Verständnis. Die Ausgleichszahlungen seien so berechnet, dass sie den Ausfall einer Jahresernte entschädigen, sagt Bierkamp. Die Summe werde anhand der ortsüblichen Aussaat, der voraussichtlichen Ernteerträge und der Marktpreise berechnet.

Jeder Eigentümer und jeder Pächter wird schriftlich über den Entzug seiner Fläche unterrichtet. Der Entzug bleibt bestehen, bis die archäologischen Grabungen und die Bauarbeiten abgeschlossen sind. In den meisten Fällen also noch sieben Jahre.

Das macht die Neubaustrecke für Schmied zu einer dauernden Bedrohung. Die Bürokratie, der Flächenentzug, die Bauarbeiten – es muss sich anfühlen wie eine Fahrt in einem Zug, in dem er festsitzt und den er nie besteigen wollte.

Äcker könne man doch nicht brach liegen lassen – sagt Schmied.

Dass manche Landwirte auch auf bereits entzogenen Flächen noch aussäen, gehört zum Berufsethos.

Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen, können Monate vergehen. Zwar ist niemand enteignet worden, dennoch dürfen die entzogenen Flächen offiziell nicht bewirtschaftet werden. Für Landwirte, die das ignorieren, ein Risiko. Glücksspiel. Das Saatgut, die Geräte, die Arbeitszeit: Wird die Ernte zerstört, bleibt von den Ausgleichszahlungen unterm Strich wenig übrig.


Immerhin, der Baggerführer von jenem Maitag hat Schmied anschließend stets gewarnt, wenn dessen Felder betroffen waren. Für ihn das Mindeste. Irgendwie, sagt Schmied, müsse er seine Tiere ja füttern. Mit den etwa 13 000 Euro Ausgleichszahlungen könne er Futter für ein halbes Jahr kaufen. Und dann? Weniger Tiere halten? Wolle er seinen Betrieb bis 2021 behalten, sei das keine Lösung.

57 Hektar werden allein in Dornstadt-Tomerdingen bebaut. Zum Ausgleich hat das Landratsamt im Auftrag der Deutschen Bahn bis heute 24 Hektar an betroffene Bauern verteilt. „Wir sind schon zufrieden mit dem, was wir erreicht haben“, sagt Marc Bierkamp. Man habe ja noch acht Jahre. Bis dahin will man nahe an die 57 Hektar herankommen. Dann werden Flächen neu geordnet und vergeben, um das Land und dessen Bewirtschaftung an die neuen Bauwerke anzupassen. Was dann noch an Fläche fehlt, soll auf alle Landwirte umgelegt werden. Dann verliert jeder ein Stück vom Paradies.

Fotos: Volkmar Könneke
Video: Stefan Bentele
Text: Stefan Bentele

Auf Abwegen

Wenn Helmut Schmutz das Abenteuer ruft, setzt er sich in seinen Jeep und geht auf Tour. Früher fuhr der Rentner in die Alpen, nach Serbien und Kroatien, heute tuckert er über die Baustellen der Neubaustrecke Ulm-Hohenstadt an der Autobahn 8. Stört es ihn nicht, dass das eigentlich verboten ist? “Ich sehe das locker”, sagt er.

Schmutz hat die Schutzbrillen gerichtet, seine dicke Windjacke angezogen und eine Flasche Wasser eingepackt. Das Wetter scheint gewogen, nach tagelangem Regen ist es heute bisher trocken geblieben und am Mittag soll sich sogar die Sonne zeigen. Heute geht es auf Tour. Er ist 73 Jahre alt, was man ihm nicht ansieht, er ist braungebrannt, weil ihm die Sonne während der Fahrt ins Gesicht und auf die Arme scheint.

Schmutz geht zur Garage an der Rückseite des Hauses. Dort steht es, das Fahrzeug, ein seltener Anblick, in einem kleinen Dorf wie Tomerdingen sowieso: Sein Ford M151 stammt vom Militär. Tarnfarben, klapprig, zwei Sitze vorne, eine Bank hinten, eine alte Axt und eine Schaufel sind an den Seiten befestigt, der Schaltknüppel ragt zwischen den Sitzen hervor. “Miles per Hour” steht auf der Geschwindigkeitsanzeige, der letzte Buchstabe auf dem Nummernschild ist ein H: Historisches Fahrzeug bedeutet das, für historische Fahrzeuge ist die Kfz-Steuer billiger, sagt Schmutz.

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Drei Mal hat Helmut Schmutz mit seinem Jeep die Großglockner Alpenstraße überquert.

Beim Einmarsch der Amerikaner war der heutige Rentner fünf Jahre alt, schon damals haben ihn die Militärfahrzeuge fasziniert. Vor zwanzig Jahren hat er seinen Jeep vom Militär in Schwäbisch Gmünd bekommen, eigentlich hätten alle Fahrzeuge verschrottet werden sollen, Schmutz hatte Glück: “Ich habe die mit zwei Kästen Bier bestochen, damit sie eine Ausnahme machen”, sagt er. Der Jeep ist sein Kindheitstraum. Seit sechs Jahren ist Schmutz pensioniert, Zahntechniker war er, 30 Jahre lang stand er im Labor. “Jetzt hab ich endlich Zeit, jetzt kann ich das machen, was ich vorher nicht konnte”, sagt er. Schmutz ist mit seinem Jeep bis nach Serbien und Kroatien gefahren, in Ungarn ging ihm das Radlager kaputt, in Österreich die Wasserpumpe. Drei Mal hat er die Großglockner Hochalpenstraße überquert, seit dem vergangenen Jahr sind die Baustellen entlang der A 8 für die Neubaustrecke Ulm-Hohenstadt seine Ausflugsziele.”Das ist im Moment die größte Baustelle Europas”, sagt Schmutz. “Wenn sowas direkt vor der eigenen Tür passiert, dann will man das doch sehen.”

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In seinem Jeep fühlt sich Schmutz wie ein Abenteurer.

Ein lautes Röhren durchbricht die ländliche Ruhe, es knattert und röchelt, Benzingeruch mischt sich mit dem Gestank des Kuhdungs auf den Wiesen der Schwäbischen Alb. Ein Ruck geht durch das dunkelgrüne Gefährt, der Motor vibriert, das Heck schaukelt. Schmutz ist mal wieder auf Tour. Einen Anschnallgurt gibt es nicht, nur ein Band zum Einhaken an der Seite schützt vor dem Herausfallen, der Fahrtwind bläst ins Gesicht, die Skibrille schützt die Augen vor dem Wind und vor dem Sand in der Luft. Dumme Bemerkungen oder Beschwerden, weil er mit einem Militärfahrzeug durch die Dorfidylle braust, habe es noch nie gegeben, sagt Schmutz. Im Gegenteil. “Die Leute hier in der Region sind sehr aufgeschlossen.” Wenn er mit seinem Jeep auf die Baustellen fahre, seien die Arbeiter interessiert und nett, freundlich und zuvorkommend.

Der erste Halt auf der Tour ist der Albabstiegstunnel nahe Dornstadt, Schmutz muss mit seinem Gefährt vor der Schranke warten, hinter ihm hupt ein Lkw, lange tut sich nichts und dann öffnet sich die Schranke doch. “Nice Jeep!” ruft ein Arbeiter, während Schmutz zwischen Lastwagen, Kabelbergen, Plastikröhren und Sandhügeln umherkurvt und beherzt auf die zwei riesigen dunklen Löcher im Gestein zusteuert. “Man muss nur mit den Leuten ein bisschen reden”, sagt er. Dass er eigentlich keine Erlaubnis hat, hier herumzufahren, scheint zunächst niemanden zu stören, und dann kommt doch der Bauleiter aus seinem Container geeilt. “Sie hätten sich eigentlich anmelden müssen, dann hätten wir Sie gerne herumgeführt”, sagt er und schüttelt den Kopf, nicht böse, ein bißchen bewundernd fast. “Wie haben Sie es denn überhaupt geschafft, hier herein zu kommen?” – “Durch die Schranke”, erklärt Schmutz und grinst.

Das sei doch jetzt nett gewesen, sagt er kurz darauf, als er den Jeep über Feldwege, durch Sand und Matsch entlang der A8 zur nächsten Baustelle steuert, und er meint die Begegnung mit dem Bauleiter ebenso wie den Anblick der hohen Schotterberge, der kullernden Steine, Betonmischer und Kraftfahrzeuge. “Mich fasziniert diese Koordination, die riesigen Bewegungen. Da kommt der eine mit seinem Lkw, der andere mit dem Bagger, wie ein Uhrwerk funktioniert das, eins greift ins andere und man sieht, wie sich was verändert.” Schmutz lenkt seinen Jeep ins Feld und macht auf dem schmalen Weg Platz für einen entgegenkommenden Traktor. “Geiles Auto!” ruft der Fahrer und winkt.

“Das können Sie haken, da kommen Sie nicht rein”, heißt es kurze Zeit später vor Merklingen. Der Mann hinter dem Steuer des Baustellenfahrzeugs wedelt abwehrend mit den Händen und mustert Helmut finster. Kein Durchkommen ist hier, Helmut wendet und lenkt zurück, vorbei an Verbotsschildern und “Vorsicht, Sprengung!”- Hinweisen. Ärger, weil er unbefugt auf dem Gelände herumfahre, habe er noch nie bekommen, sagt er und zuckt mit den Schultern. Sonst würde er immer überall Einlass erhalten, der Bauleiter zuvor habe seine Kollegen wahrscheinlich per Funk vorgewarnt und die Besucher mit dem Jeep angekündigt. “Das ist das erste Mal, dass sich jemand beschwert.”

Sicherheit auf der Baustelle

“Die Sicherung einer Baustelle obliegt den beauftragten Bauunternehmen”, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Zum einen müsse die Baustelle so mit Bauzäunen oder ähnlich geeigneten Mitteln gesichert sein, dass sie vor dem Betreten Unbefugter geschützt ist. Zum anderen müssen gewisse Betretungsregeln eingehalten werden. Dafür kontrollieren Mitarbeiter an den Baustellenzufahrten den Einlass.
Wer eine Baustelle entlang der Neubaustrecke betritt, muss gewisse Regeln einhalten, um die eigene Sicherheit und die der anderen nicht zu gefährden: Sicherheitsschuhe, Helm und Warnweste gehören zur persönlichen Schutzausstattung, so der Sprecher.
“Die Flächen gehören der Bahn. Verschafft sich ein Unbefugter Zutritt zu dem Gelände, ist das eine Verletzung des Hausrechts”, sagt er. “Der Eigentümer hat die Möglichkeit, Anzeige zu erstatten. Ich weiß aber nicht, ob das schon einmal vorgekommen ist.” Wer sich eine der zahllosen Baustellen entlang der Neubaustrecke zwischen Ulm und Stuttgart näher anschauen möchte, kann entweder eine der Aussichtsplattformen besuchen oder an einer organisierten Baustellenführung teilnehmen. “Wir wollen natürlich auch wissen, wer auf unserer Baustelle unterwegs ist.” Bei den geführten Touren bekomme jeder Teilnehmer zu Beginn eine Einweisung, in der auf die besonderen Gefahren der jeweiligen Baustelle hingewiesen werde.

An der letzten Station, den Tunnelarbeiten nahe Hohenstadt wird der Spaß plötzlich ernst. Ein Verantwortlicher der Baufirma beobachtet aus seinem Auto heraus, wie der Jeep langsam den steinigen Weg über die Wiese ruckelt und sich der tiefen Grube nähert, wo der Steinbühltunnel ins Gestein gesprengt wurde. Er steigt aus und fotografiert aus sicherer Entfernung, dann fährt er langsam auf Helmut zu. “Ich bin Ihnen gefolgt”, sagt er, nachdem er das Fenster heruntergekurbelt und ein weiteres Foto von Helmut in seinem Fahrzeug geschossen hat. “Das ist ja nicht die erste Baustelle, auf die Sie verbotenerweise gefahren sind. Da können Sie sich auf eine Anzeige freuen.” Helmut stört das nicht. “Wenn der will, soll er mich halt aufschreiben. Hatte wahrscheinlich grade sonst nichts zu tun”, sagt er später.

„Ein bisschen Risiko muss man schon eingehen, abenteuerlustig bin ich schon immer gewesen. Das gehört dazu, deshalb habe ich das Auto doch.“

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Von einem Hügel aus hat man einen schönen Ausblick über die Alb.

Schmutz grinst, der Schalk blitzt kurz in seinen Augen auf und wie um seine Worte zu unterstreichen, biegt er auf einen kleinen Waldweg ab. Es ruckelt noch einmal kräftig, der Jeep taucht hinein ins dunkle Grün, Äste streichen über die Köpfe, Sonnenstrahlen lugen durch die Baumwipfel hindurch. Noch einmal bläst der Fahrtwind kräftig durch die Haare, dann öffnet sich der Wald und gibt den Blick über die Alb und Temmenhausen frei. Der Jeep fährt quer über einen Spielplatz den Hügel hinunter, biegt zwischen Maisfeldern auf den Fahrradweg ab, bevor er sich langsam seiner Garage in Tomerdingen nähert. Der Motor erstirbt röchelnd, Schmutz zieht den Schlüssel ab und steigt vom Fahrersitz. “Eine schöne Tour”, sagt er. Ob er wirklich eine Anzeige bekommt, das scheint ihn nicht zu kümmern. Das nächste Abenteuer wartet sicher schon.

Text, Fotos, Video:
Adrienne Bilitza und Julia Kling

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